Piraten: das Leben an Bord
Das Leben auf See war sehr kontrastreich. Wochenlang wartete man auf Beute, dann kurze und heftige Aktivität, wenn ein fremdes Schiff angegriffen, gekapert und ausgeplündert wurde.
Die wichtigste Arbeit an Bord war das Schiff auf Kurs zu halten. Zum Navigieren benutzte man einfache Hilfsmittel wie Kompass, ungenaue Seekarten und die Sterne. Die Arbeit war hart: Segel mussten gesetzt oder eingeholt werden und die in den zahlreichen Gefechten sowie durch Wind und Wetter stark beanspruchten Segel und Taue immer wieder repariert werden.
Zwischen den Kämpfen und bei ruhiger See langweilte sich die Mannschaft häufig. Daher kam es oft zu Trinkgelagen und zu heftigen Handgreiflichkeiten.
Genauso leidenschaftlich wie das Trinken wurde oftmals das Würfel- oder Kartenspiel betrieben. Oft kam es vor, dass ein Pirat all sein Hab und Gut verspielte, was zu Streit innerhalb der Mannschaft und zum Verbot des Glücksspiels in den Piratenverträgen vieler Schiffe führte.
Bei rauhem Wetter waren die Piraten vom Salzwasser durchnässt, froren, litten an Verletzungen und an Erschöpfung. Nachts schliefen diejenigen, die keine Wache hatten, dicht gedrängt in den unteren Decks.

