Saisonelles: Silvester
Andere Kulturen - andere Kalender

Grafik: Kalender Unsere Zeitrechnung, die den 1. Jänner als ersten Tag und den 31. Dezember als letzten Tag des Jahres hat, ist für uns selbstverständlich. Sie gilt jedoch nicht bei allen Völkern und in allen Kulturen der Erde.

Viele Kulturen feiern Neujahr an anderem Tag. Manche haben sogar einen beweglichen Neujahrstag.

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Der gregorianische Kalender,

Bild: Papst Gregor XIII.benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender. Auch wir leben nach diesem Kalender. Er richtet sich danach, wie lang die Erde benötigt, einmal die Sonne zu umrunden, also rund 365 Tage.

Unsere Zeitrechnung beginnt mit der mutmaßlichen Geburt Christi und bestimmt den 1. Jänner als ersten Tag und den 31. Dezember, Silvester, als letzten Tag des Jahres. Das war nicht immer so. Papst Innozenz XII. legte im Jahre 1691 fest, dass der 1. Januar der Neujahrstag sei. Früher feierten Christen den Neujahrstag am 6. Januar, später am 25. Dezember.

Jedes vierte Jahr ist ein Schaltjahr und hat einen Tag mehr (29. Februar) - also 366 Tage.

Der islamische Kalender

beginnt seine Zeitrechnung im Jahr 622 n. Chr. Am 16. Juli dieses Jahres siedelte der Prophet Mohammed von Mekka nach Medina um.

Bild: VollmondDer islamische Kalender ist ein reiner Mondkalender. Der Monatsanfang ist immer bei Neumond und die Länge der Monate ist je nach Mondstellung jeweils 29 oder 30 Tage. Es gibt keine Schaltjahre.

Da das moslemische Mondjahr kürzer ist als unser Sonnenjahr (10 bis 12 Tage), wandern die Monate im Laufe mehrerer Jahrzehnte durchs Jahr und stimmen nicht mit den Jahreszeiten überein.

In den arabischen Ländern ist der Neujahrstag ein öffentlicher Feiertag. Manche Muslime fasten am letzten Tag des alten Jahres und am ersten Tag des neuen Jahres und begehen den Jahreswechsel mit einem Gottesdienst.

Der jüdische Kalender

Die jüdische Zeitrechnung beginnt mit dem Jahr 3761 v. Chr., die Juden vermuten in diesem Jahr den Anfang der Welt. Der 7. Oktober soll der erste Tag der Erschaffung der Welt gewesen sein und daher ist für sie der 7. Oktober der Neujahrstag. Für Strenggläubige ist er jedoch kein fröhlicher Festtag, sondern ein Buß- und Fasttag.

Bild: siebenarmiger LeuchterDer jüdische Kalender basiert darauf, wie lange der Mond braucht, um einmal die Erde zu umkreisen. Das dauert 29-30 Tage, zwölf solcher Perioden also zwölf Monate ergeben daher etwa elf Tage weniger als ein weltliches Jahr.

Um einen Ausgleich mit der Sonne zu erhalten, werden innerhalb von 19 Jahren 7 Schaltjahre eingefügt. In diesen Jahren wird dem jüdischen Kalender ein 13. Monat (Adar II) hinzugefügt, um den Kalender mit den Jahreszeiten in Übereinstimmung zu halten.

Der koptische Kalender

wird von der Koptisch-Orthodoxen Kirche benutzt.
Der Ausdruck "Kopten" bezeichnet ursprünglich die Bewohner Ägyptens, seitdem im 7. Jahrhundert arabische Muslime Ägypten eroberten, bezieht sich der Begriff aber nur mehr auf die Religion des koptischen Christentums.

Der koptische Kalender ist ein Sonnenkalender, der das Jahr in 13 Monate teilt: zwölf Monate zu 30 Tagen und ein eingeschobener Monat mit fünf bzw. in einem Schaltjahr sechs Tagen. Jedes vierte Jahr ist ein Schaltjahr, wie beim gregorianischen Kalender.

Bild: FreskenDie koptische Zeitrechnung beginnt im Jahr 284 unseres heutigen Kalenders, dem Jahr, in dem Diokletian römischer Kaiser wurde. Der koptische Neujahrstag ist der 11. September oder, wenn das darauf folgende Jahr ein Schaltjahr ist, der 12. September.

Der koptische Kalender führt seine Ursprünge bis auf den ägyptischen Kalender ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurück. Wie auch im ägyptischen Kalender kennt der koptische Kalender drei Jahreszeiten mit je vier Monaten.

Der chinesische Kalender

ist über 4000 Jahre alt und damit die längste andauernde Geschichtsschreibung der Welt. Die Legende erzählt, dass der Kaiser "Huangdi" den Kalender im Jahre 2636 v. Chr. erfunden hat.

Seit 1912 gilt in China der gregorianische Kalender. Trotzdem spielt der traditionelle Kalender im praktischen Leben eine große Rolle - besonders zur Bestimmung von Festtagen.

Der chinesische Kalender ist ein Lunisolarkalender, das heißt ein Kalender, der sowohl mit dem Sonnenzyklus (Jahr), als auch mit dem Mondzyklus (Monat) korrespondiert.

Bild: chinesische SchriftzeichenDas chinesische Jahr enthält normalerweise 12 Monate, wobei ein Monat 29 oder 30 Tage zählt. Ein Jahr besteht dann aus 353, 354 oder 355 Tagen. Um die fehlenden Tage auszugleichen, wird siebenmal in 19 Jahren ein Schaltmonat hinzugefügt. Ein Schaltjahr mit 13 Monaten dauert 383, 384 oder 385 Tage.

Als Jahresende wurde der zweite Neumond nach der Wintersonnenwende festgelegt. So fällt das chinesische Neujahr auf die Zeit zwischen Ende Januar und Mitte Februar. Es ist das wichtigste Fest des chinesischen Kalenders, mindestens drei Tage lang haben dann selbst Geschäfte geschlossen, die im übrigen Jahr täglich fast Tag und Nacht geöffnet sind.

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