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Ein Unglück kommt selten allein von Leah Kitzbichler, 12 Jahre
Hobbys: mit Freunden treffen, lesen, schauspielern
... ich wollte springen, doch es ging einfach nicht. Teddy und ich stürzten in einen tiefen Graben. Dort war es kalt und nass.
Auf einmal schwebten lauter Pferde um meinen Kopf. Es sah aus als wären es Geister. Doch es waren keine. Ich legte mich auf den Boden und hoffte, dass die Pferde wieder gehen würden. Ein Pferd tritt auf meine Hand. Komisch, ich verspürte keinen Schmerz. Ich wollte mich gerade nach Teddy umsehen, da rief eine dunkle Stimme: „Paulina, wach auf!“ Nun verstand ich alles. Ich hatte bloß geträumt.
Ich öffnete meine Augen: „Wo, wo bin ich?“ Meine Mutter und ein Mann in einem langen weißen Kittel standen vor mir. „Du bist im Krankenhaus!“, antwortete der Mann in dem Kittel. Ich überlegte. „Ach ja!“, dachte ich. Ich war bei einem Wettkampf gestürzt, weil Teddy ein Hufeisen verloren hat. „Weißt du was passiert ist?“, fragte mich der Mann, bei dem ich feststellte, dass es der Arzt ist.
Ich antwortete nicht, weil er das ja ganz bestimmt selber weiß. „Paulina! Was ist passiert?“, fragte er mich erneut. Ich brachte aber kein einziges Wort heraus. „I... Ich“, stotterte ich. „Ja, was hast du?“, sprach der Mann mit vertrauter Stimme zu mir. Auf einmal aber schoss alles aus mir heraus. Als ich fertig war, kam ich total außer Atem. „Mach mal langsam.“, meinte der Arzt. „OK. Da haben wir ja noch einmal Glück gehabt. Sie hat sicher keine Gehirnerschütterung. Und falls doch, bestimmt keine schlimme. Allerdings hat sie einen stark gebrochenen Arm. Und als sie hergefahren wurde, war sie Bewusstlos.“, berichtete der Arzt meiner Mutter. „Und wie lang muss sie dann hier bleiben?“ „Ich schätze mal noch 2 Wochen.“, sntwortete der Arzt mit schmollendem Blick.
Mittlerweile bin ich wieder eingeschlafen. Aber ein Paar Tage später, musste ich eine menge Untersuchungen über mich ergehen lassen. Aber das war nicht meine einzige Sorge. Das größte Problem war, dass ich mit einem gebrochenen Arm schlecht reiten kann. Dabei ist reiten doch mein aller aller größtes Hobby. Und Teddy, mein Pflegepferd kann doch auch nicht ohne mich auskommen. Genau so wenig wie ich nicht ohne ihn auskommen kann. Wer soll denn mit ihm ausreiten, ihn striegeln und bürsten? Ich habe den Arzt schon gefragt, ob ich nicht schon etwas früher nach hause dürfte. Denn Teddy braucht mich doch so dringend. Doch das will mir der Arzt nicht glauben:
„Mit einem gebrochenem Arm kannst du ihn doch eh nicht streicheln.“, behauptet er dann immer. „Außerdem kann ich dich doch nicht einfach 3-4 Tage früher entlassen. Du kannst doch zum Beispiel mal mit deiner Mutter nach draußen gehen.“ Na toll, raus gehen. Noch eine Idee? Ich und raus gehen? Wenn schon mit Pferd, oder gar nicht. Ganze 9 Tage muss ich es noch aushalten. „Sogar Schule wäre mir jetzt lieber als das hier!“, sagte ich zum Arzt. „Wenn du unbedingt willst, das kannst du gern haben. Ab morgen hättest du es sowieso bekommen. Ob du es gewollt hättest oder nicht. Das spielt keine Rolle. Aber offensichtlich willst du es.“ „Oh ja!“, strahlte ich mit großen Augen. „Aber erst Nachmittag. Denn deine Eltern wollen dich auch noch einmal sehen.“ Na toll, Nachmittag!“
Ich rief die Krankenschwester. Das ging ganz leicht. Denn man musste einfach auf einen Knopf drücken. Und schon kommt sie anmarschiert. „Was ist los?“, fragte sie mich. „Kann ich fernsehen?“ „Nein, jetzt nicht. Ich wollte dir sowieso gleich noch eine Spritze geben. Da wird kein Fernseher angeschaltet. Aber ich kann dir ja jetzt die Spritze geben. Dann hast du es hinter dir und kannst auch gleich danach fernsehen.“, antwortete sie mit ihrer sanften Stimme. „Na gut. Wenn ich danach fernsehen kann ist ja alles in bester Ordnung.“ „Warte, ich hole nur schnell die Spritze.“ Als sie wieder kam und mir die Spritze gab, spürte ich wie das Medikament in meiner Schulter hoch floss. Es brannte fürchterlich, aber ich ließ mir nichts anmerken. „So schon geschafft.“, sagte da auch schon die Schwester. Sie machte mir den Fernseher an und brachte mir die Fernbedienung. Ich schaltete um, und sah wie gerade eine Sendung mit einem Pferdehindernisparcours lief.
Da kam plötzlich der Arzt hinein. „Du magst dein Pferd wirklich gern, oder?“, fragte er mich seufzend. Ich nickte mit traurigem Gesicht. „Ach Paulina, du bringst einen wirklich zum zweifeln. Ich meine, dein Arm ist ja nun schon wieder einigermaßen gesund. In ein paar Tagen kommt der Gips ab. Vielleicht kann ich dich ja doch ein-zwei Tage früher raus lassen.“ „Oh das wäre echt toll!“, sagte ich. Der Arzt ging hinaus. Zwei Minuten später kamen meine Eltern, und brachten mir Geschenke. Ich fragte wer sich nun um Teddy kümmert. „ Melissa!“, sagte mir meine Mutter. „Oh nein!“, dachte ich. Melissa kannte ich nur allzu gut. Der reinste Pferdequäler. Sie gewinnt fast bei allen Rennen. Deswegen glauben alle, dass sie sich gut mit Pferden auskennt. Doch ganz im Gegenteil. Bei Pferderennen treibt sie die Pferde mit spitzen Sporen an. Das ist strengstens verboten. Hoffentlich nimmt sie mit Teddy an keinem Rennen teil! Ich machte mir große Sorgen um Teddy. Schon nach einer Stunde mussten meine Eltern wieder gehen.
Inzwischen sind schon wieder 5 Tage vergangen. Der Gips ist schon ab und eigentlich dürfte ich ja schon in 2 Tagen wieder nach hause. Denn der Arzt wollte mich ja 2 Tage früher entlassen. Ich freute mich schon sehr darauf entlassen zu werden. Aber hoffentlich rechtzeitig. Denn Melissa kümmerte sich derzeit um Teddy. Ich muss rechtzeitig hier raus, bevor Melissa an einem Rennen teilnimmt. Plötzlich kam der Arzt rein: „Hallo, wie geht es dir?“ „Gut!“, antwortete ich in der Hoffnung eher gehen zu dürfen. „Na das hört man ja gern. Aber deswegen bin ich nicht hier. Der Oberarzt hat gesagt, dass du gehen darfst, wenn du deinen Arm wieder belasten kannst und es dir völlig gut geht. Aber offensichtlich geht es dir ja nicht schlecht. Wir müssen nur noch einen Belastungstest machen.“
„Oh ja, das wäre echt toll“, sagte ich begeistert. „Na dann machen wir mal den Test! Und gleich danach darfst du gehen. Das heißt, wenn du ihn bestehst.“ Also ließ ich den Test über mich ergehen. Ich bestand ihn auch sofort und durfte gehen.
Zu hause angekommen ging ich auch sofort zum Reiterhof. Ich hatte Glück. Melissa war weit und breit nicht zu sehen. Ich ging zu Frau Heidner und fragte ob ich zu Teddy dürfte. Doch da sagte sie: „Tut mir Leid, Teddy ist krank geworden als du weg warst. Er hat wie du, einen schweren Knochenbruch, und musste in die Klinik gebracht werden. Das dürfte aber nicht weiter schlimm sein. Morgen ist er sicherlich wieder hier. Da sage ich nur: Ein Unglück kommt selten allein! Du kannst ihn ja morgen besuchen.“ „Blöde Melissa!“, dachte ich. Die kann ihre Finger nirgends aus dem Spiel lassen. Vor allen Dingen nicht, wenn es um Pferde ging. Traurig ging ich nach hause.
Am nächsten Morgen ging ich gleich früh zum Reiterhof. Und da stand auch schon Teddy. Mit einem großen Verband am Fuß. Er erkannte mich. Ich sah wie er heimlich lächelte. Das sehe ich immer wenn Teddy sich freut! Tja, Teddy und ich haben halt schon unsere eigene Sprache entwickelt. Es ist schon toll, wenn man sich schon seit so vielen Jahren kennt. Immerhin bekam ich Teddy als ich 5 war. Und weil ich zu der Zeit gerne mit meinen vielen Teddys spielte, nannte ich ihn auch „Teddy“.
Frau Heidner sagte ich solle den Fuß von Teddy noch nicht zu sehr belasten. Aber Hauptsache ich bin wieder bei ihm.
In den nächsten Tagen kümmerte ich mich so sehr ich nur konnte um ihn.
Aber diese Wochen waren die schlimmste Zeit meines Lebens!
Die Urheberrechte liegen bei der Autorin.

