Lese-Ecke

Schottenmonstergeschichten von Theo

von Veronika (9 Jahre) und
Benedikt Fechter (7 Jahre)

SchottenmonsterVorsichtig sah Theo, das kleine Schottenmonster, sich in der Höhle um. Alle anderen Schottenmonster schliefen. Jetzt war die beste Möglichkeit auszubüxen und ein gutes Leben zu führen.

Nervös schlug Theo mit seinem Klobürstenschwanz und rümpfte seine karierte Schottenrockmusternase. Schottenmonster waren normal böse, doch Theo wollte ein nettes Schottenmonster sein, das nur hin und wieder einem Mensch einen kleinen Streich spielte.

Schottenmonster waren schon Millionen Jahre auf der Erde und sehr seltsam und hatten einen unregelmäßigen Körper. Schottenmonster hatten einen kleinen, bummeligen Bauch und kurze Hände und Beine. Sie hatten einen Eidechsenschwanz und am Ende von ihrem Schwanz steckte eine Klobürste, die mit dem Schottenmonster mit wuchs.

Theo fasste sich ein Herz und rannte durch die Schottenmonster durch, direkt auf den Ausgang zu. Gleich hatte er es geschafft, nur noch ein kleines Stück … da stolperte Theo über seine Schwester Time. Time fing an zu kreischen und weckte in weniger als einer Minute alle Monster auf. Theo lachte in kleiner Boshaftigkeit, dass er seiner Schwester hoffentlich wehgetan hatte, verwarf den Gedanken aber schnell und stürmte, so schnell ihn seine kurzen Beine trugen, aus der Höhle, irgendwohin, wo die böse Schottenmonsterkolonie ihn hoffentlich nicht finden würde.

Schottenmonster

Schließlich wollte Theo eine kurze Pause einlegen und ein Stück von dem verfaulten Antilopenbauch fressen, den er als Proviant mitgezerrt hatte. Theo machte es sich unter einem großen, schattigen Baum bequem und schaute eine Zeit in den Himmel. Besser gesagt er schaute in die dicke Blätterschicht die sich über ihm auftürmte. Er wollte doch nichts fressen, denn er musste sparsam sein, ein leckerer, verfaulter Antilopenbauch kam nicht einfach in der Luft geschwebt.

Theo hatte noch gar nicht bemerkt, dass dieser Platz sehr komisch war. Er war voll von Palmen, tropfenden Bäumen, Schlingpflanzen und Lianen, feuchte Erde bedeckte den Boden, es wimmelte von Ameisen, Blindschleichen und viele Insekten flatterten und schwirrten in der Luft.

Erschrocken sprang Theo auf und sein Blick schweifte über den seltsamen Wald. Plötzlich raschelte es hinter ihm und dann stand eine grüne Gestalt vor ihm. „Ahh!“ Theo und das Wesen waren beide erschrocken. „Willkommen im Regenwald! Ich bin Theon, die Wasser- und Landechse. Und wer bist du?“, startete die Echse Theon einen Kennenlern-Versuch. Verblüfft starrte Theo Theon an, dann sagte er: „Ich bin Theo, dass wahrscheinlich einzig nette Schottenmonster. Komisch, dass wir fast denselben Namen haben, und doch sooo unterschiedlich sind!“ „Stimmt!“, meinte Theon. „soll ich dir den Regenwald zeigen? Es gibt viele interessante Dinge, die dich sicher verblüffen werden! Komm!“  Theon war unheimlich schnell und Theo verlor ihn sicher ein Dutzend Mal.

Doch schließlich blieb Theon vor einem riesigen Baum stehen. Dann erklärte er Theo, dass hier der alte Gussi wohnte. Gussi war ein Papagei, welcher die Zukunft voraussehen konnte. „Willst du deine Zukunft wissen?“, fragte Theon. Theo nickte und kletterte der Echse mühsam nach. Wahrscheinlich war der Baum nachher der sauberste im ganzen Regenwald, da Theos Klobürste am Baumstamm entlang gezogen wurde. Schließlich waren sie oben angelangt und kletterten in eine kleine Höhle. „Ich habe dich erwartet Theo! Du wirst ein schönes Leben haben. Doch bei dem Versuch, einen anderen zu retten, wirst du sterben! Du kannst gehen, wenn du nichts mehr wissen willst!“, sprach der uralte Papagei, als die zwei Freunde sich an einen hölzernen Tisch setzten.

Theo zappelte herum und meinte dann: „Wen will ich retten und rette ich ihn oder stirbt er auch?“ „Er wird nicht sterben. Und … es wird Wawa sein. Wawa ist eine kleine Kröte die ihr morgen kennen lernen werdet. Ich habe euch jetzt genug gesagt. Das vorhersagen ist anstrengend. Ich werde jetzt schlafen!“, meinte Gussi und flog auf seine Stange. Dort schlief er sofort ein. Leise schlichen Theo und Theon aus der Höhle und kletterten den Stamm hinunter. „Wir müssen uns einen trockenen Platz suchen, ich spüre den  Regen. Und außerdem will ich über Gussis Worte nachdenken!“, meinte Theo und schlüpfte in eine Höhle, die unter dem Baum lag, und scheinbar unbewohnt war.

Theon kam zu ihm, legte sich dicht neben das Schottenmonster und schlief ein. Auch Theo sang Theons schnarchen bald in den Schlaf. Es wurde dunkel, es wurde kalt, es wurde unbequem, beide fieberten dem Morgen entgegen.

„Raus aus meiner Höhle!“ Mit diesen Worten erwachten die beiden Freunde. „Hallo Wawa!“, meinte Theo als sei es das einfachste der Welt, den Namen eines Unbekannten zu kennen. In der Höhlenöffnung stand die kleine Kröte und staunte, dass dieses Ungeheuer sie kannte und sie noch nicht aufgefressen hatte, wo sie doch so frech gewesen war.

„Ist das wirklich deine Höhle? Das glaub ich dir nicht!“, machte sich nun auch Theon bemerkbar. Wawa wurde ganz heiß. „Na ja … eigentlich … Ich habe sie halt als erster gesehen!“, stammelte die kleine Kröte. Theo lachte und in weniger als zehn Minuten, war Wawa ihre Freundin und begleitete sie zu ihrem nächsten Ziel. Die kleine Kröte war sehr schlau und kannte gute Schleichwege.

Mit Wawas Hilfe waren sie zu Mittag bei der Tropfsteinhöhle Weiud. Die riesigen Stalaktiten und Stalagmiten waren beeindruckend, wie sie in der Höhle, mitten im Regenwald, von den eiskalten Wänden ragten und ein leises tropf, tropf verursachten. „Wow!“, hauchte Wawa und hüpfte zu einem wahnsinnig hohen Stalagmiten, der sie stumm anstarrte und eiskalt war. Beeindruckt schlichen auch Theo und Theon zu dem Stalagmiten.

Da entdeckte Theon noch einen großen Stalaktiten. Die drei blieben den ganzen Nachmittag in der Höhle. Jeder hatte sich einen Tropfstein ausgesucht und sie hatten ein bisschen gezankt, welcher am höchsten war. Doch zum Schluss hatten alle eingesehen, dass Wawa den größten Tropfstein der ganzen Höhle gefunden hatte und ihr Stalagmit nicht zu schlagen war. Am Abend gingen die drei zurück in ihre alte Höhle und machten sich den Miragara-Wasserfall als Ziel für morgen aus.

Am nächsten Tag wachte Wawa als erste auf. Sie hatte von Gussis Prophezeiung gehört und wollte nicht, dass Theo starb. Er war wirklich ein liebes Schottenmonster! Sie wollte besonders vorsichtig sein, dass sie sich nicht in Gefahr begab und Theo sie retten musste.

Langsam wachten auch die anderen auf. Als alle richtig munter waren, machten sie sich auf den Weg zu dem Miragara-Wasserfall. Wawa war wieder einmal sehr nützlich, mit ihren Schleichwegen und die drei hatten den Wasserfall in vier Stunden erreicht.
Sie stiegen auf die Brücke und schauten den Wasserfall herab.

Plötzlich ging Theon näher an das Geländer und stieg Wawa dabei unabsichtlich auf ihr Hinterbein. Wawa quackte schmerzerfüllt und rutschte schließlich zwischen den Holzlatten hindurch. „Wawa!“, schrieen Theo und Theon. Todesmutig sprang Theo hinterher, hängte seinen Fuß an der Brücke ein und fing Wawa im letzten Moment auf. Dann schleuderte er sie hinauf und Theon fing sie.

„Ihr wart echt gute Freunde!“, rief Theo noch, dann stürzte er den Wasserfall hinunter und Wawa und Theon konnten sehen, wie ihr Freund unten in den Fluten versank und nicht mehr auftauchte …

ENDE

Die Urheberrechte liegen beim Autor.

nach oben

zur Geschichten-Übersicht

bunte Kugeln