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Der Meisterdieb

von Isabelle Kloke

Die Turmuhr schlug 00.00 Uhr. Ich gab meinen Kumpanen ein Zeichen. Sie huschten an mir vorüber, mit Pistolen und Messern bewaffnet. Wir, das waren Mira, Äblof, Keresko und ich, befanden uns im Haus von Oberst Harenko. Endlich hatten wir die Schlafzimmertür erreicht. Dann, plötzlich, trat ich die Tür mit voller Wucht ein. Mira und Keresko stürmten in das Zimmer, Keresko und ich hechteten hinterher. Doch was war das? Das Zimmer war: "Leer?!", hauchte Mira. Hinter uns ertönte ein dreckiges Lachen. Wir drehten uns erschrocken um. Äblof zog zischend die Luft ein, Mira röchelte, Keresko schlug sich die Hände vors Gesicht und ich sagte mit zusammengebissen Zähnen: "Wie konnte mir so etwas nur passieren??" "Mein lieeeber Rayko! Wie schön das wir uns sooo schnell wieder begegnen." "Ganz meinerseits! Aber wie kommt es, dass sie zu dieser späten Stund noch nicht schlafen, Oberst?" fragte ich spöttisch. "Man teilte mir hinter hervorgehobener Hand mit, das jemand bei mir einbrechen würde. Und es stimmte!" seine Stimme wurde immer lauter. "Schnappt sie euch!" zischte er seiner Garde zu, die sich um ihn versammelt hatte. Sie stürzten sich auf uns!

Zwei, drei Schüsse knallten dann sackten zwei Soldaten zu Boden. Plötzlich hörte ich einen spitzen Schrei von Mira. Ich wirbelte herum. Ein Soldat hatte sie in die Ecke gedrängt. "Ich komme!" rief ich über das Schlachtgetümmel. Mit einem Satz war ich bei ihr und stellte mich schützend vor sie. "Lass sie in Ruhe", flüsterte ich drohend. Doch der Soldat grinste nur blöd und zog aus seiner Tasche eine Pistole. Mir brach der Schweiß aus und Mira geriet hinter mir in Panik. Der Soldat legte den Hebel um. Dann ertönte ein Schuss! Er sackte zusammen Äblof reckte uns den Daumen in die Höhe. "Phuuu", stöhnte Mira. So wie dem Soldaten hier vor uns, ging es vielen anderen Soldaten! Doch plötzlich hörte ich eine verzweifelt Stimme rufen:
"Hinter dir!" Ich drehte mich um, doch da war es schon zu spät. Ich spürte einen brennenden Schmerz in der linken Schulter. Der Oberst zog mit einem Ruck den Dolch heraus. Das Blut rann mir den Arm hinunter. Die Kämpfe herum erstarben und alle Augen richteten sich auf mich und den Oberst. Ich knurrte: "Haben sie nun erreicht was sie wollten?" und warf meine Waffen weg. "ICH bin wehrlos und verwundet, doch SIE haben ihre Leibgarde UND ihre Waffen!" Er lachte höhnisch: "Was ICH will ist dich tot zu sehen oder....oder im Kerker gefoltert".

Meine Freund hielten dem Atem an als ich sagte: "Dann verhaften sie mich doch. Ich bin wehrlos und verwundet. Was spricht dagegen?"
"Deine Auge", war die prompte Antwort. "Kein Meisterdieb will und lässt sich so einfach festnehmen." Jetzt lachte ich: "Da habt ihr einmal recht", und trat ihm mit dem Fuß gegen die Brust so das er zurücktaumelte und nach Atem rang. "RAUS HIER!" rief ich, schnappte mir meine Waffen und stürzte an den erstarrten Soldaten vorbei.

Als wir draußen waren, schwangen wir uns auf unsere Pferde. Meines war pech-schwarz und hieß Reck. Wir ritten im vollen Galopp durch die Straßen, bis zu unserer Stamm-Schenke "Rokko", stiegen ab und übergaben unsere Tiere den Stallknechten. Dann gingen wir in die Schenke. Wir setzten uns an einen Tisch.
Äblof war ein muskulöser junger Bursche, mit blonden Haaren. Keresko war nicht so muskulös wie Äblof, aber halb so gut und klein. Er war zwar 4 Jahre älter als ich, ging mir aber mit seinen grauen Haaren bis zur Brust. Nun zu Mira. Sie war ein Stück kleiner als ich, hatte ellenbogen-langes rot-braunes Haar und blaue Augen. Sie war schon immer eine Traumfrau.

Jetzt bin ich aber dran: Ich war gut gebaut, wie es so jeder Dieb sein musste, hatte dunkel braune Augen und kurzes rabenschwarzes Haar.
"Phu! War das `nen Kampf! Ich trink`jetzt noch nen Zacher (das war ein Bier) und hau mich dann aufs Ohr", sagte Keresko.Äblof stimmte zu. Wie es sich gehört tranken wir alle noch ein Bier und die beiden gingen hoch in ihre Kammer.
"Ich hatte heute Angst um dich!" fing Mira an. "Erst der Dolch, deine Wunde, und dann auch noch wie du dort unbewaffnet standest." Ein Schluchzen war zu hören. "Mira", sagte ich liebevoll und strich ihr übers Haar."Du musst keine Angst um mich haben. ICH hatte heut Angst um dich!" Nun weinte sie richtig. Ich nahm sie in den Arm. Sie schmiegte sich an mich. Plötzlich schmerzte mein Arm so stark, dass ich aufstöhnte. Sie war an meine Wunde gekommen. Sofort ließ sie mich los und sah mich an: "Was ist?" fragte sie entsetzt. "Meine Wunde", keuchte ich. Dann wurde alles schwarz.

Als ich aufwachte, lag ich in meinem Zimmer auf dem Bett. Um meine Schulter war ein Verband, wo eine Rote Strähne drauf lag. Ich hob die Decke und erblickte Mira. "Mira, Mira", flüsterte ich. Sie räkelte sich. "Jaaa? Was is`n los? Lass mich noch ein bissl` schlafn, Mami". Ich lachte leise auf. Ein energisches Klopfen an der Tür ließ mich aufhorchen. Ich deckte Mira wieder zu, stand auf und öffnete die Tür. Dort standen Äblof und Keresko. "Guck mal", begrüßte mich Keresko.
"Das haben sie in der ganzen Stadt aufgehängt", mit diesen Worten hielt er mir ein Plakat unter die Nase. Dort stand: "GESUCHT: Rayko Tedesko, der Meisterdieb! Auf seine Auslieferung sind 10.000 Golddukaten (eine frühere Münze wie bei uns der Euro) ausgesetzt. Wichtige Hinweise bei Oberst Harenko abliefern."

"In der ganzen Stadt?" Ich schluckte. Die beiden nickten nur. "Ach so! Ähm..", fing Äblof an. "Ja?" fragte ich nach. "Mira ist... verschwunden! Wir wollten sie wecken, da war sie nicht in ihrer Kammer. Das Bett war unberührt." Ich fing an schallend zu lachen. "Kommt mal mit!" Die Beiden guckten sich verständnislos an. Ich führte sie ins Zimmer. Ich ging auf das Bett zu und schlug die Bettdecke zurück. Äblof starrte erst Mira und dann mich an. Keresko meinte scherzend: "Also Rayko! Ich bitte dich!" Äblof kriegte den Mund immer noch nicht zu. "Nein! Nein! Es ist nicht so wie ihr denkt! Ich bin gestern Abend, als ihr weg wart, zusammengebrochen. Und als ich heute Morgen aufwachte lag sie neben mir." Äblofs Miene entspannte sich. "Was ist denn hier los? Eine Männer Versammlung, oder was?" rief Mira, die nun wach geworden war.

"Endlich!" stöhnten wir alle drei. Nach dem Frühstück sagte ich: "Ich habe beschlossen dass es heute Nacht weiter geht."
"Und wo?" fragte Mira. "Gute Frage! Schlagt mal was vor!" Forderte ich die Anderen auf. Sofort schallten Rufe durcheinander. "Mein Gott! Die sind ja wie die Kinder", dachte ich. "Es reicht!" Sofort verstummten alle. "Wir gehen zum König! "O.K!"

Noch einmal biegen und? ja! Wir haben's geschafft! Wir sind im Schloss! "Alles OK mit deiner Wunde?" flüsterte Mira mir zu. Ich nickte nur. "Ab jetzt Ruhe!" zischte ich. Ich wusste wo die Räumlichkeiten der Majestät lagen. So schlichen wir dahin. Die Wachen vor der Tür waren eingepennt. Unser Glück! Leise öffnete ich die Tür. Mira und Keresko sprangen vor und drückten König August und seiner Gemahlin ein Messer an die Kehle. Äblof schloss die Tür. "So sieht man sich wieder, Majestät!" Ich machte eine spöttische Verbeugung. "Rayko Tedesko! Ich hätte es mir denken können, dass du irgendwann bei mir auftauchst", meinte der König mit gepresster Stimme. "Warum haben sie diese Schilder in er ganzen Stadt aufgehängt?" fragte ich und zog eines der Plakate aus der Tasche.
"Weil du ein Mörder und Dieb bist, Tedesko!"

Also Dieb stimmt.! Aber Mörder? "Bin ich ein Mörder?" fragte ich meine Kumpanen. Alle schüttelten die Köpfe. "Sehen sie! Ich bin kein Mörder! Und nun zu ihnen Mam! Wo sind ihre Klunker?" Die Dame zeigte wortlos auf eine Schatulle. "Schnapp sie dir!" befahl ich Äblof. Wir wollten gerade die Tür öffnen, da wandte ich mich noch mal um: "Ach so! Sie alarmieren die Wachem erst in 3 Stunden!! Verstanden? Ich wiederhole: In 3 Stunden! Sie wollen doch nicht auch noch ihren Kopf verlieren oder?" Ich machte die Tür auf und blieb wie erstarrt stehen.

"NEIN!!" entfuhr es mir. Meine Freunde waren ebenfalls stehen geblieben und starrten mit leichenblassen Gesichtern auf die Tür."Hallo Rayko! Lange nicht gesehen!" sagte der Oberst."Oberst Harenko!!" stotterte ich.
"Höchstpersönlich", war seine Antwort. "AUF SIE!" riefen wir beide gleichzeitig. "Bringt die Majestät in Sicherheit!" brüllte der Oberst. "Schnappt euch die Majestät und haltet die Klunker fest!" brüllte ich dagegen. Plötzlich schrie jemand auf. Ich wusste nicht wer, bis Äblof mir zu rief: "Rette du Mira und kümmere dich nicht um mich und Keresko!" Ich stürzte zu ihr legte sie mir über die Schulter und schaffte irgendwie aus dem Schloss zu entkommen. Endlich draußen legte ich sie behutsam über Recks Rücken, schwang mich drauf und ritt mit dem Schmuck davon. Ich ritt zu einer Kirche. Die Teufelskirche genannt. Dort begab sich kein Schwein hin, weil die Kirche angeblich verflucht sein soll. Ein geniales Banditenversteck. Doch jetzt musste ich mich um Mira kümmern. Ich legte sie in der Kirche auf den Boden. Und da sah ich wo sie getroffen worden war. Ein kleiner Dolch, so groß wie eine Handspanne, steckte in ihrem Oberschenkel.

"Mira?" "Jahh?" stöhnte sie. "Nimm dies und steck es dir in den Mund. Was ich jetzt mache, wird sehr schmerzvoll sein." Ich reichte ihr ein Taschentuch, das sie sich in den Mund stopfte. Dann zog ich ruckhaft den Dolch aus ihrem Oberschenkel. Sie bäumte sich vor Schmerzen auf. Ich merkte dass es auch mir, einem eigentlich schmerzunempfindlichen Mann, weh tat! Einem Banditen! Ich fand ein altes Laken, zerriss es in Streifen und band es ihr um die Wunde. Dann nahm ich ihr das Taschentuch aus dem Mund. "Alles O.K?" fragte ich. Sie lächelte. Ich lächelte zurück. Plötzlich klopfte es an der Pforte. Mira wollte aufstehen, doch ich drückte sie sanft zurück. "Bleib liegen! Ich bin gleich wieder da!" Sie nickte.

"Passwort?"
"Schwarzer Rabe, brauner Fuchs."
"Kommt rein!" sagte ich, als ich die Pforte öffnete. Doch Äblof und Keresko schüttelten nur stumm und traurig die Köpfe. "Worauf wartet ihr noch? Nicht dass der Oberst...", ich führte meinen Satz nicht zu Ende. "Rayko Tedesko! Im Namen de Gesetzes: DU BIST VERHAFTET!" In diesem Moment brach eine Welt für mich zusammen. "Was?" Ich sah Äblof und Keresko entgeistert an. Überall tauchten Männer der Leibgarde vom Oberst auf. Und dann der Oberst selbst! Mit Handschellen kam er auf mich zu. Ich zog meinen Dolch, ließ ihn jedoch wieder fallen, ich war von der Leibgarde umstellt. Dann legte der Oberst mir die Handschellen an. "Wie konntet ihr nur?" fragte ich meine beiden Freunde. Sie blickten zur Seite. Und dann hörte ich eine Stimme die mir das Herz brach: "Rayko was ist? Rayko!" Mira drehte sich um. Sie weinte bittere Tränen.

"Oberst, gewähren sie mir noch eine letzte Bitte?" fragte ich zaghaft. "Ja." "Nehmen sie mir noch einmal die Fesseln ab und lassen mich zu meiner Freundin." "O.K! Ich sehe in deinen Augen nur noch Verzweifelung und Trauer. Aber wehe dir Gott, wenn du fliehen willst. Aber los jetzt! Geh zu ihr und tröste sie." Damit war ich meine Fessel los. Ich eilte zu ihr und schloß sie in die Arme. "Sei nicht traurig, Liebes! Du findest einen anderen, wenn ich nicht mehr bin", flüsterte ich. "Nein! Ich will nur dich!" antwortete sie mit tränenerstickter Stimme.

Ihr Kopf lehnte an meiner Schulter wo ich ihr noch einmal liebevoll durchs Haar streichen konnte. Dann blickte sie zu mir hoch. Ihre Augen waren gerötet. Ich nahm ihr Gesicht zwischen die Hände und küsste sie. Dann wandte ich mich ab und ließ mir wieder die Fesseln anlegen. Bei Äblof und Keresko blieb ich noch einmal stehen. "Kümmert euch gut um Reck", sagte ich. Dann schritt ich mit einem gebrochenem Herzen und erhobenen Hauptes neben dem Oberst her. Als ich das letzte Mal zurück blickte, standen meine Freunde vor der Kirche und schauten mir traurig hinterher. Es läutete gerade Punkt 12.00.

"Hier, das ist deine Zelle", sagte der Gefängniswärter und schubste mich in einen Raum wo drei andere Gefangene saßen. "Ja, ist denn das wahr! Rayko? Bist du dass?" fragte ein Mann. "Kore?" "Ja!" "Kore! Alter Kumpel!" rief ich voller Freude (Kore ist ein alter Klassenkamerad von mir.) "Also haben sie jetzt den Meisterdieb geschnappt?" fragte er. "Ja", antwortete ich! "Und was machst du hier?"
"Ich hab ein Stück Brot geklaut und darf hier jetzt 3 Jahre ausharren!" Und wie lange sitzt du schon?"
"2 Tage", kam die klägliche Antwort!
"Rayko, ruh dich aus! Es war heut ein langer Tag."
So legte ich mich schlafen.

Am nächsten Morgen gab es Brotmehl Suppe. Ich würgte sie hinunter. Augenblicklich wo ich etwas Suppe im Mund hatte rief ein Wärter: "Rayko Tedesko wird morgen hingerichtet! Rayko Tedesko wird......." Ich verschluckte mich. Schon Morgen?
"Alles O.K Kumpel?" fragte Kore und schlug mir auf den Rücken. "Danke!"
"Bitte! Na, die haben sie ja nicht gerade viel Zeit gelassen, was?" fragt er. "Na danke auch!" rief ich zornig.

Im Versteck:
"Was können wir nur tuhuhun?" heulte Mira. "Dich erstmal beruhigen", grinste Äblof. Dann erschallte ein Ruf von draußen herein, der die Stimmung umschlagen ließ.
"Rayko Tedesko wird morgen hingerichtet! Rayko Tedesko wird mor.."
"Wie bitte?" rief Keresko. "Wir müssen ihn retten!" schluchzte Mira auf. "Seit wann hattet ihr eigentlich ein Verhältnis?" fragte Keresko. "Seit gestern Abend, eigentlich! Aber seit heute lief es richtig und ist jetzt auch schon wieder vorbei." Sie schluchzte zum zweiten Mal auf.
"NEIN!! Es ist nicht vorbei!" rief Äblof. Keresko und Mira guckten hoch. "WIR WERDEN IHN RETTEN!!"

Es war Nacht. Ich stand an dem kleinen Guckloch in der Zelle. Morgen sollte mein Leben also zu Ende sein. Ich konnte es nicht fassen. Und was wird dann aus Mira? Ich wusste es nicht. Doch, ich wusste es, wollte es aber nur nicht wahr haben. Sie würde einen anderen Mann heiraten, mit ihm Kinder bekommen, und mich vergessen.

Ich, der Meisterdieb sollte morgen mein Leben lassen. Dass konnte nicht wahr sein! Vielleicht träumte ich das auch nur, und Mira würde mich jeden Moment wieder aufwecken. Mira, wenn du wüsstest wie sehr du mir fehltest. Vorgestern noch Freunde, heute ein Paar.

Ich leckte mir die Lippen. Dort spürte ich immer noch ihren Geschmack. Wenigstens etwas was mir geblieben war. Wieso ist mir nicht eher klar geworden das ich sie liebte?
"Na, noch auf?" Ich schreckte aus meinen Gedanken. Dann drehte ich mich um. Dort stand der Oberst. "Warum mussten sie mich gerade jetzt verhaften? Wo ich gerade meine Liebe gefunden hatten", fragte ich mit Tränen in den Augen. "Tja mein lieber Rayko! Liebe kommt liebe geht."
"Aber wenn ich morgen tot bin, kommt sie nicht mehr!! Ich war glücklich! Sie haben mir alles genommen". Meine Stimme wurde immer leiser und tiefer! "Schlaf jetzt!" Ich schloss die Augen. Eine einzelne Träne kullerte über meine Wange. Sie glänzte im Mondlicht.

Der Oberst dachte: "Irgendwie tut er mir ja leid! So jung, gerade frisch verliebt und dann wartet der Tod auf ihn. Das muss schrecklich sein. Vielleicht geschieht ja morgen noch ein Wunder. Ich hoffe es für dich Tedesko."

Nächster Morgen. Der Tag der Hinrichtung. Als ich aufwachte, schlug mir das Herz bis zum Hals. Irgendwann um die Mittags-Zeit wollten sie mich hinrichten lassen. Dann war es so weit. ! Der Gefängniswärter kam. Er legte mir Handschellen an und führte mich hinaus.

Zur gleichen Zeit auf dem Marktplatz. Mira, Äblof und Keresko so wie König August, Oberst Harenko und viele andere waren auf dem Platz versammelt, wo der Meisterdieb hingerichtet werden sollte. Der Henker mit seiner Axt, der Baumstumpf für den Kopf, sowie der Eimer wo der Kopf reinfallen sollte, standen bereit.

Ich wurde nach draußen auf de Marktplatz geführt, sah die vielen Leute, de König kalt lächelnd und Oberst Harenko mit versteinerter Miene neben ihm Sitzend. Nur meine Kumpanen sah ich nicht. Falls sie überhaupt gekommen waren...

Ich wurde nach vorne geführt. Der König sprach von meinen Taten, die ich verübt habe und dass ich ein Mörder sei. Doch ich hörte gar nicht richtig zu. Ich hatte nur Mira vor Augen, mit ihrem schönen Lächeln. Ich spürte wie mein Kopf auf den Baumstumpf gelegt wurde. Ich schloss die Augen und dachte an den Kuss! Der Erste und Letzte meine Lebens! Ich hörte ein zischen und wie es auf dem Platz mucksmäuschenstill wurde! Das konnte nur eines bedeuten: Die Axt war über mir! Ich dachte wieder an Mira. Meine Mira. Ich hatte sie gewonnen und doch sofort wieder verloren. Ich hörte wie der Henker zum Schlag ausholte. Er hatte gerade richtig Schwung drauf, als jemand aus Leibeskräften schrie:
"STOP!" Holz splitterte. Ich atmete aus. Vorerst Drummherum gekommen! Vorerst. Ich schaute auf!.Vor mir steckte eine Axt im Holz. "Tolle Aussicht", dachte ich. Ich richtete mich auf. Dort, in der ersten Reihe stand: "MIRA!!" rief ich voller Freude.

Nun sah ich auch Keresko und Äblof. Sie kamen die Treppe hoch, die zum Podest führte. Doch die Leibgarde stellte sich ihnen in den Weg. "Sollte jetzt doch alles zu Ende sein, wo es doch gerade so gut angefangen hatte?" fragte ich mich in Gedanken. "Lasst sie durch!" schallte plötzlich der Ruf vom Oberst von den Wänden wieder. Die Soldaten wichen zurück. "Mira!!" "Rayko!" Wir versuchten uns in die Arme zu stürzen. Nun standen auch Äblof und Keresko neben mir. "Tut uns leid Kumpel!" sagten sie. "Schon vergessen! Doch könnt ihr mir verraten wie wir hier raus kommen können?" fragte ich leise. Das erledigte sich von selbst. Denn plötzlich stand der Oberst hinter mir und rief: "Rayko Tedeko ist wegen Diebstahls und Mord zum Tode verurteilt. Gestern Abend aber sagte er zu mir: "Warum mussten sie mich gerade jetzt verhaften, wo ich gerade meine Liebe gefunden hatte?" Ich antwortete: "Tja mein Lieber Rayko liebe kommt liebe geht!!" Da sagte er zu mir: "Aber wenn ich morgen tot bin, kommt sie nicht mehr. Ich war glücklich. Sie haben mir alles genommen." Das hat mich so berührt, dass ich die ganze Nacht darüber nachgedacht habe. Und ich sage laut und deutlich: "FREISPRUCH FÜR RAYKO TEDESKO!"

Damit dreht er sich zu mir um holte einen Schlüssel aus der Tasche und schloss meine Handschellen auf. Mira fiel mir um den Hals und wir küssten uns innig. So gingen wir, ohne das Geschrei von König August zu beachten, vom Podest. Arm in Arm.

Epilog:

Nun lebe ich bei meiner Frau Mira. Äblof, Keresko und ich sind seitdem gut befreundet.
Als dann, unser jetzt 3 Jähriger Sohn zur Welt kam, war sogar Oberst Harenko bei der Taufe dabei. Und genau so wurde unser Sohn genannt: Harenko.

Die Urheberrechte liegen bei der Autorin.

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