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Halloween-Geschichte
von Felix Matzantke, 13 Jahre, Oktober 2002
Niki ist froh, dass sie endlich zu Hause ist. Es ist bereits dunkel und der Nebel draußen ist so dick, dass man keine 10 Meter weit sehen kann. Harry, ihr älterer Bruder und sie sind heute Abend allein zu Hause. Niki hat gerade die nassen Schuhe ausgezogen und öffnet nun mit klammen Fingern den Reißverschluss ihrer Jacke, als es an der Tür läutet. "Wer kann das sein?" wundert sich Niki. "Ich hab doch niemanden auf der Straße gesehen." Harry, der gerade aus der Küche kommt, geht zum Fenster und schaut hinaus in den Vorgarten. "Da steht ein Kürbis vor der Tür", stellt er fest. "Heute ist Halloween!" ruft Niki und schon will sie die Tür aufmachen, um den Kürbis hereinzunehmen. "Warte!" sagt Harry, ...
... "Ich habe ein komisches Gefühl im
Bauch." Er nimmt seine Schwester
beiseite und lauscht an der Tür. Ein scharrendes
Geräusch ist zu hören. Harry schaut noch
einmal aus dem Fenster. Der Kürbis ist nicht
mehr zu sehen aber das Geräusch vor der Türe
ist noch deutlich zu hören.
"Sei nicht so ein Feigling." Ruft Nicki
und will die Türe öffnen. Harry
stellt sich ihr in den Weg.
"Was ist, wenn es ein echter Geist ist?"
"Sei nicht albern." Nicki lacht
Harry aus. Jetzt ist ein Heulen und Jaulen von draussen
zu hören. Harry
versperrt immer noch den Weg zur Tür. "Du
weißt doch, dass wir die Tür nicht aufmachen
dürfen, wenn wir nicht wissen, wer draussen
ist." Sagt er mit zitternder Stimme. "Und
ich dachte, grosse Brüder haben nie Angst."
Sagt Nicki und stösst Harry beiseite. Sie öffnet
die Türe und ein schwarzer Schatten springt
sie an und wirft sie zu Boden. Es geht blitzschnell.
Jetzt schreit Nicki fürchterlich, weil sie
nicht gesehen hat, was sie
umgeschmissen hat. Bei ihrem Sturz hat sie die Lampe
vom Tisch gerissen. Sie fiel herab und nun ist es
stockdunkel.
Harry sitzt hinter der Türe an der Wand und
ruft seine Schwester: "Wo bist Du Nicki? Was
ist passiert?" Er ist starr vor Schreck und
wagt nicht, sich zu bewegen. Nicki tastet in der
Dunkelheit vorsichtig nach dem Lichtschalter der
Deckenlampe, als sie einen gellenden Schrei ihres
Bruders vernimmt. "Harry??? Was um Himmelswillen
ist geschehen?"
Als sie endlich den Lichtschalter gefunden hat,
sieht sie, was passiert ist.
Ihr Bruder liegt auf dem Rücken und ein riesiger
schwarzer herrenloser Hund hat sich auf ihn gestürzt
und schleckt ihm übers Gesicht. Der Hund muss
Nicki im Dunkeln gefolgt sein. Doch was hat es mit
dem Kürbis auf sich??? Schnell schliessen sie
die Türe und warten ungeduldig, bis ihre Eltern
heimkommen.
Sie hoffen sehr, dass heute keine Kürbisse
oder Monster mehr an der Türe
läuten oder scharren. Dieses Halloween werden
sie so schnell nicht vergessen. Den Hund haben sie
behalten und nach dem ersten Schrecken haben sie
ihm den Namen "Satan" gegeben.
Die Urherberrechte liegen beim Autor.

