Lese-Ecke
Das Geheimnis
Die Macht der Liebenden
von Anna Esse, 15 Jahre
Hobbys : Geschichten schreiben , lesen, schwimmen , fernsehen und mit Freunden treffen
Rosemary Stewart ist eine 82- jährige Dame, die mit ihrer Enkelin in Venezuela lebt. Alle in der Gegend halten die Dame für eine verrückte alte Hexe und wollen nichts mit ihr zu tun haben. Die einzige, die zur ihr hält ist ihre geliebte Enkelin Mona Rosa Stewart.Mona glaubt nicht an die Gerüchte der Leute und wendet sich mit ihrer Großmutter von der Außenwelt ab.
Viele Jahre lang verbirgt Rosemary ein Geheimnis vor Mona, welches dann aber doch ans Tageslicht kommt.
Es ist Vollmond. Ich würde noch an diesem Tage meinen 18 Geburtstag feiern und wie man so schön sagt wäre ich ab dem Tag an frei und könnte tun und lassen was auch immer ich wollen würde. Anstatt mich für meine Freiheiten, die ich ab nun an bekommen würde zu freuen, fühlte ich mich nutzlos und unwohl in meiner Haut.
Ich hatte schon immer das Gefühl gehabt wie eine Gefangene zu leben und sehnte mich so sehr nach einem Leben mit einer richtigen Familie und Tage ohne Probleme und Sorgen. Schon seit meiner Kindheit kam es mir so vor, als ob ich von Alpträumen verfolgt werden würde. Für kurze Zeit war es in dieser Nacht nicht anders als sonst, aber plötzlich erfuhr ich etwas, was ich in meinem Leben niemals vergessen werde. Es öffnete mir die Augen und gab meinem Leben und all den Träumen einen Sinn.
Als es Punkt 12 Uhr schlug, erwachte ich eines Nachts schweißgebadet und mit einem lauten Schrei aus einem fürchterlichen Albtraum. Schon seit etwa zwei Tagen träumte ich nur vom Fliegen.
Ich schaute hinab und sah die Welt in all ihrer Pracht von oben aus. Doch der Traum nahm immer wieder ein schreckliches Ende. Durch den Wind, der so stark wehte, verlor ich die Kontrolle und stürzte ab. Mittlerweile verstehe ich die Welt nicht mehr. Sind die Träume ein Zeichen und ist meine Großmutter doch eine Hexe aber hatte es mir nur verschwiegen?
Ich beschloss, ich würde sie damit am nächsten Morgen konfrontieren, bis ich auf einmal die Haustüre zuknallen hörte. Schnell sprang ich auf und schaute neugierig nach. Es war meine Großmutter Rosemary. Sie verließ mitten in der Nacht heimlich das Haus. Schnell wie der Blitz zog ich meine Sachen an und lief ihr unauffällig nach.
Bald waren wir an einer verlassenen Straßenseite angelangt. Es war nichts mehr zu sehen außer, der in der Nähe liegende Wald der Dunkelheit. So hatten die damaligen Bewohner, die hier vor 100 Jahren lebten den Wald benannt, weil in ihm schlimme Dinge vorsich gegangen waren, die sich die Menschen nicht erklären konnten.
Rosemary war schon immer etwas eigenartig gewesen, aber dass sie sich in der Nacht rausschleicht war eine ganz neue Überraschung für mich. Was wollte sie eigentlich hier und auf was wartete sie überhaupt? Ängstlich, aber doch voller Neugierde ging ich langsam zu ihr hin, um endlich Gewissheit zu haben. Als sie mich sah erschrak sie und fragte mich: "Was machst du hier und warum bist du nicht in deinem Bett?" Darauf antwortete ich lachend: "Das sollte ich dich mal fragen". Doch Rosemary war nicht nach Scherzen zumute.
Sie war voller Wut und wollte Mona loswerden. Mona aber blieb standhaft und forderte eine Erklärung. Rosemary hatte nun auch von dem Traum Monas erfahren, mit dem Mona sie ausquetschen wollte. Mona schilderte ihre Vermutungen, bei denen Rosemary laut lachen musste. Sie widersprach : "Liebe Mona manchmal ist es besser auf sein eigenes Gefühl zu hören und nicht auf die abergläubigen Menschen in unserem Dorfe. Ich bin so stolz auf dich. Du bist nun 18 Jahre alt und hast auch endlich das Recht die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu erfahren. Die Menschen haben keine Ahnung, sie reden den ganzen Tag über nichts anderes außer einem Thema und tratschen die Lügen und Erfindungen einfach weiter.
Ich erzähle dir heute von einem Ereignis aus meinem Leben, dass sich in der Zeit, als ich noch so jung und schön war wie du, ereignet hat. Ich war vor kurzem 18 Jahre alt geworden und lebte mit meiner Familie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Meine ganze Kindheit war von Reichtum geprägt. Wir lebten in einer großen Villa in New York und waren Millionäre. Ich hatte alles bekommen was ich nur wollte. Meine Wünsche hatte man mir von den Lippen abgelesen. Egal ob ich neue Spielzeuge oder auch mal teure Klamotten haben wollte. Die Schule hatte ich nie betreten müssen, da ich von zu hause aus unterrichtet wurde.
Um so älter ich wurde, um so mehr bemerkte ich langsam, dass mein Leben nur aus Einsamkeit und Trauer bestand. Spielen konnte ich nur mit meinen Spielzeugen oder mit Nannys, die mein Vater Geoffrey und meine Mutter Jane für mich eingestellt haben. Liebe und Geborgenheit hatte ich in meiner ganzen Familie Stewart nie erhalten.
Das Geld, das sie besaßen, war für sie das wichtigste auf der Welt. Am meisten aber hasste ich die Tage an denen meine Eltern auf Geschäftsreise waren. Es gab keinen einzigen Tag, an dem ich keine Träne vergossen hatte. Mein größter Traum war es Biologin zu werden. Ich interessierte mich für Pflanzen, Tiere und unsere Umwelt. Meine Eltern unterstützten mein Vorhaben aber nicht, weil sie der Meinung waren ich solle Rechtsanwältin, Ärztin oder sogar Politikerin werden.
Als daraufhin ein großer Streit folgte, beschloss ich meinen Weg alleine zu gehen und auszuziehen. Schon immer war ich kein großer Fan von der Hauptstadt gewesen, weder von den vielen Autos, dem Lärm, noch den vielen Leuten. Auf mich allein gestellt zog ich nach Südamerika in das kleine Dorf El Hatillo in Venezuela. Aus Wut und dem Glauben ich würde es niemals allein ohne meine Eltern schaffen mir ein sicheres Leben aufzubauen, gaben meine Eltern mir kein Geld mit, noch pflegten sie länger mit mir Kontakt.
In Venezuela angekommen besorgte ich mir eine kleine Wohnung und ging in die Universität Howert. Ich hatte mich gut in El Hatillo eingelebt. Am ersten Tag lernte ich meine nun besten Freunde Kirsten Newburn, Leila Duncan, Luna Cushmen und Wayne Dreyfus kennen. Das erste mal hatte ich Freunde, die mich mochten, so wie ich war. In der Pause hängten wir gerne im Park rum und erzählten uns gerne Witze.
Heute sonnten wir uns wieder mal und kaum drehte ich mich um, da sah ich einen gutaussehenden schlanken Jungen an mir vorbeilaufen. Seine Haare glänzten in der Sonne und seine Augen waren so schön blau wie der Himmel. Plötzlich kam eine große Horde von Mädchen, die ihn umkreisten. Das war’s, ich war wieder mal enttäuscht.
Raymond der Junge, den ich gerade mal seit 2 Minuten das erste mal sah, war ein Frauenheld. So einen Typen mochte ich ganz und gar nicht. Aber trotzdem schwärmte ich von ihm. Noch am selben Tag, als es schon stockdunkel war, ging ich an der frischen Luft spazieren. Ich lief am Waldrand entlang und sah eine Menschengestalt, der ich mich langsam näherte. Als ich diese erkannt hatte blieb mir der Atem stehen, da es Ray gewesen war.
Als ich fast an ihm vorbeigegangen war, sprach er mich an. Erstaunt darüber setzte ich mich neben ihn. Er hatte gleich gemerkt, dass wir in dieselbe Universität gingen. Sofort merkte ich, dass ihn etwas bedrückte. Sofort kamen wir ins Gespräch und entdeckten viele Gemeinsamkeiten. Zuerst hatte ich ein ganz falsches Bild von ihm gehabt, aber jetzt entdeckte ich seine wahren Gefühle.
Wir fühlten uns aneinender angezogen und spürten pure Leidenschaft. Unser erster Kuss war so wundervoll und mit einem starken Kribbeln im Bauch. Er machte mir Komplimente und war ein richtiger Gentlemen.
Eines Tages, als wir uns getroffen hatten, sagte er zu mir so etwas bezauberndes, dass meine Liebe zu ihm nur noch verstärkte. Er liebte meine wunderschönen roten Haare, die mich zu etwas Einzigartigem machten. Meine roten Lippen waren so weich und mein Duft roch nach einer duftenden Rose. Wir fühlten uns Tag und Tag magischer angezogen.
Unsere Neugierde aber ließ uns einen schwierigen Fehler begehen, die unsere Beziehung veränderte. Schon lange war in den Nachrichten die Rede von unmenschlichen Gestalten, die in dem Wald der Dunkelheit ihr Unwesen trieben. Meine Freunde, Ray und ich beschlossen wir eines Tages den Wald, in den sich keiner der Menschen reintraute zu betreten. Nichts Schlimmes dabei ahnend liefen wir einen steilen Weg entlang, bis plötzlich aus heiterem Himmel eine Fledermaus angeflogen kam und sich auf Ray stürzte.
Alle brachen in Panik aus und versuchten die Fledermaus zu vertreiben, was aber keinem gelang. Die Fledermaus biss mit ihren Vampirzähnen in die Halsgegend von Ray, an dem sich die Schlagader befand. Als sie ihren Durst nach Menschenblut gestillt hatte, lies sie Ray in frieden und flog weg.
Hinterlassen hatte sie Ray eine Bisswunde und allen einen großen Schock. Ray kämpfte mit großen Schmerzen und war wie hypnotisiert. Sofort wollten wir zurückkehren, doch wir wussten nicht, wie wir nach Hause kommen könnten. Der Weg war auf mysteriöse Weise verschwunden. Irgendwas wollte uns hier behalten und uns quälen. Wir fanden keinen Weg um zurückkehren zu können und wollten es dann am nächsten Morgen, wenn es wieder hell ist, versuchen.
Doch als wir am nächsten Tag wieder erwachten, bemerkten wir, dass es immer noch so dunkel war. Der Tag sowie die Nacht bestand nur aus der Dunkelheit. Plötzlich bemerkten wir Rays Geschrei. Wir gingen zu ihm hin und sahen wie er sich in einen Vampir verwandelt hatte. Seine blonden Haare wurden schwarz und seine Eckzähne wurden ein Vampirgebiss. Ray hatte die übernatürlichen Kräfte erhalten sich in eine Vampirfledermaus zu verwandeln und war weggeflogen.
Voller Entsetzen wussten wir nicht was zu tun war. Wayne hatte von seinem Vater erzählt, der meinte, man könne einen Menschen mit der Eisblume der Dunkelheit vor dem Leben als Vampir beschützen. Diese Eisblume blühte nur in der Nacht und ihre schwarze und kalte Macht könne das warme Gift bekämpfen.
Als Ziel diese Blume zu finden, machten wir uns schnell auf den Weg. Wir suchten 24 Stunden lang, doch hatten keinen Erfolg. Jede Nacht war Ray zu uns gekehrt und hatte uns von seinem Leben als Vampir erzählt. Er hatte sich kaum verändert und war immer noch so liebevoll. Sobald er sich aber verwandelt hatte, war er eine gefährliche Gestalt. Sein Herz war kalt wie Eis und er selbst war voller Hass. Er tötete Tiere, um aus dessen Blut zu trinken. Es war fürchterlich für ihn, doch er konnte nichts daran ändern. Wir waren all seine Hoffnung.
Eine Stimme hatte und eines Nachts eine wichtige Nachricht mitgeteilt. Leila war die Nachtschönheit, Luna die Mondgöttin, Kirsten die Kristallfee und ich die Eisblumenkönigin gewesen. Die Eisblume hätte uns nicht weiterhelfen können. Das Eis könne das Gift nicht besiegen. Somit hatte sich Waynes Vater geirrt und dieser Mythos von der Eisblume mit besonderen Kräften war nur ein alter Aberglaube.
Wir hatten zwei Möglichkeiten. Würden wir ihn verbrennen, dann würde die schlechte Seele des Vampirs auftauen und es würde wieder seine gute zum Vorschein kommen. Würden wir ihm mitten ins Herz stechen, so würden wir ihn umbringen. Wir entschlossen uns ein Lagerfeuer zu machen und Ray zu verbrennen. Es hatte geklappt. Ray war wieder der Junge, in den ich mich verliebt habe. Doch trotzdem könne er nie mehr wieder ein richtiger Mensch werden. Von nun an lebte er im Wald der Dunkelheit. Er hatte gelernt seine Lust nach Blut zu kontrollieren und versuchte so gut wie möglich mit der neuen Situation klarzukommen. Ein weiters Merkmal war, dass er ab nun an ein untotes Geschöpf war."
Jetzt hatte Rosemary die Geschichte beendet. Aus dem Wald kam eine Gestalt zum Vorschein. Es war Raymond und er sah genauso aus, wie Rosemary ihn beschrieben hatte. Ein zärtlicher Kuss, der ihre Begrüßung war, verwandelte Rosemary in ein wunderschönes junges Mädchen. Der Wald der Dunkelheit war eine Welt für sich gewesen, doch eine Junge frische und aufblühende Liebe könnte die beiden niemals trennen.
Die Urheberrechte liegen bei der Autorin.

