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Freunde sind zum Trösten da
von Nadja Kitzbichler, 13 Jahre
Julia saß mit ihrer Freundin im Eiscafé. Dort gab es das leckerste Eis der Stadt, fand Julia. Im Hintergrund spielte leise Musik, während die zwei Mädchen auf den Holzstühlen saßen. Julia hatte blonde, kurze Haare und trug für gewöhnlich viele bunte Bänder am linken Handgelenk.
Ihre beste Freundin, Susi, hatte lange, dunkle Haare. Sie hatte sich letzte Woche Ohrlöcher stechen lassen. „Es tut immer noch höllisch weh!“, jammerte Susi. „Was tut weh?“, fragte Julia. „Na, die Ohren!“ „Das geht vorbei, war bei mir auch so.“ , versuchte Julia sie aufzumuntern. Doch das war nur ein schwacher Trost, denn nach Susis Meinung konnte man Wunden nicht mit Worten heilen. Ihre Ohrenschmerzen jedenfalls nicht.
Plötzlich erinnerte Julia sich, warum sie mit Susi hier war. In ihr verknotete sich alles. Sie schwitzte, als sie es ihrer Freundin endlich sagte: „Er hat Schluss gemacht.“ Es sprudelte einfach aus ihr heraus. Ihr Herz machte einen Sprung, sie spürte, dass es eine gute Entscheidung gewesen war, Susi davon zu erzählen.
Julia brach in Tränen aus. Sie fühlte sich allein gelassen. Es war ihr peinlich, hier zu heulen, aber sie konnte einfach nicht aufhören. „Er war gestern schon so komisch!“, schniefte sie. Susi reichte ihr ein Papiertaschentuch. „Den hast du nicht verdient. Es ist nicht deine Schuld, dass er so ein Idiot ist.“ Tröstete sie Susi.
Julia erinnerte sich an den Tag, als sie ihn das erste Mal getroffen hatte. Es war im Park, er saß auf einer Bank und sah den Fahrradfahrern und Inlineskatern zu, wie sie ihre Tricks übten. Es war so schön gewesen, und jetzt war es aus. Sie konnte es einfach nicht glauben, dass auf einmal nichts mehr zwischen ihnen war. „He, du zitterst ja!“, stellte Susi erschrocken fest. Julia sagte nichts. Sie war froh, dass Susi sich so gut um sie kümmerte. Es war schön zu wissen, dass jemand für sie da war, wenn sie Hilfe brauchte. Oder, wie in diesem Falle, jemand der sie tröstete. Sie war nicht allein. Auf Susi konnte man sich verlassen!
Die Tür ging auf und ein lauer Sommerwind durchzog das Café. Ein Junge mit braunen Haaren kam herein und setzte sich an einen Tisch. Julias Herz schlug schneller. Susi bezahlte, stand auf und ging zur Tür. Sie drehte sich noch mal um. „Tschüss Julia, bis morgen!“ Julia hob die Hand zum Winken, da war Susi auch schon weg.
Plötzlich stand der braunhaarige Junge auf und fragte: „Ist hier noch Platz?“ Julia dachte nicht, dass er sie meinte, doch als er noch mal fragte, erklärte sie ihm, dass er sich ruhig hinsetzen dürfe. Jetzt kapierte sie, warum Susi so fluchtartig gegangen war. „Danke, Susi!“, dachte sie, und wandte sich froh dem Jungen zu ...
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