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Zwei kleine Bären

von Veronika und Benedikt Fechter

Peng! Ein Schuss gellte durch die Wälder. Danach lag ein toter Bär am Waldboden. Triumphierend lud sich der Jäger den werdenden Bärenvater von Ed und Ned auf die Schultern. Leonie die zukünftige Bärenmutter hatte alles gesehen. Die Zeit wo die Bärenkinder geboren werden sollten kam immer näher. Leonie war sehr traurig und das war nicht gut für die ungeborenen Bärenkinder.

Die Bärin gebar ihre Jungen und starb. Ed und Ned, die Bärbenbuben schauten sich neugierig in der Höhle um. Nachdem sie genug gesehen hatten liefen sie hinaus. Ed knabberte neugierig an Heidelbeeren herum. Ned bevorzugte die Himbeeren. Dann wollten sie einen Spaziergang machen und liefen genau auf die Klippen zu. Ed konnte noch bremsen, doch Ned stürzte in den reißenden Fluss. Die Strömung trieb ihn zu einer Menschensiedlung. Ed lief den Fluss entlang aber schon nach ein paar Metern versagten seine kleinen Bärenpfoten und er konnte seinem Bruder nicht mehr helfen.

Was mit Ned geschah!

Tanja ein kleines Indianermädchen von 10 Jahren saß am Fluss und angelte. Auf einmal schrie sie: „Hallo, was bist du für ein kleiner Knirps?“ Ned konnte nicht antworten sondern schnappte nach Luft. Tanja sprang ins seichte Wasser und zog das tropfende Bündel heraus.

Sie hielt Ned einen ihrer gefangenen Fische hin. Ned fraß den Fisch bis auf die Gräten auf. So einen Hunger hatte er schon gehabt. Tanja beschloss den Bären mit nach Hause zu nehmen und zu füttern. Der Vater von Tanja war entsetzt als er seine Tochter mit dem Bärenjungen ankommen sah. „Oh mein Gott ein Bär. Was willst du mit dem auf unserer Farm! Der frisst uns ja alle anderen Tiere auf!“ „Aber Papa wir können ihm ja einen Stall bauen und den anderen Tieren wird schon nichts geschehen!“ „Von mir aus“ sagte der Vater, weil er seiner Tochter keinen Wunsch abschlagen konnte.

Tanja kümmert sich um Ned und er bekam alles was er wollte. Er musste kein Futter suchen und wurde immer größer. Er wurde verwöhnt und faul. Eines Tages ließ Tanja die Türe zu seinem Stall offen. Ned war jetzt schon ein großer Bär und wollte die Umgebung erforschen. Er lief zur Schafweide und bekam plötzlich großen Appetit. Er rannte zu einem jungen Schaf und biss ihm die Kehle durch. Danach fraß er das ganze Schaf auf. In diesem Moment kam Tanjas Vater auf die Weide. Er sah Ned mit dem blutverschmierten Mund und schrie nach seiner Tochter. „Tanja, der Bär muss weg! Er hat Schnucki gefressen.“ Entsetzt kam Tanja angerannt. Sie machte keine Anstalten Ned zu verteidigen, weil sie Schnucki schon seit ihrer Geburt kannte. Sie sagte: „Ned, das hätte ich nicht von Dir erwartet.“

Vater packte Ned in seinen Jeep und brachte ihn tief in den Wald – immer dem Fluss entlang. Weit von seiner Farm entfernt setzte er ihn aus und fuhr davon.

Was mit Ed geschah!

Nachdem Ned im Fluss verschwunden war, legte sich Ed erst einmal schlafen. Als er wieder aufwachte verspürte er Hunger. Aber wo sollte er etwas zu essen finden? Es gab weit und breit keine Heidelbeeren oder anderer Beerensorten. Da hörte er es summen! Was war das? Er lief in die Richtung aus der es surrte. Er kletterte einen Baum hoch und fand einen Bienenstock. Ned steckte das Maul in die pfotenbreite Öffnung. Er steckte die Zunge heraus und schmeckte eine herrlich gelbe klebrige Masse. „Mmmmmmmhhh“ Piecks plötzlich hatte er einen riesigen Stachel in der Nase stecken. Vor lauter Schmerz fiel er vom Baum.

Nie mehr wieder klettere ich auf einen summenden Baum. Dann ging er zu einem kleinen Bach und kletterte auf einen Stein. Viele Lachse schwammen an ihm vorbei. Wie er später lernen sollte, war gerade Lachswanderung. Ed steckte die Pfote ins Wasser, aber er erwischte keinen der vielen Lachse, nur einen Flossenhieb bekam er.

Zwei Tage später, als er vor lauter Hunger schon nicht mehr alleine gehen konnte, traf er eine Bärenmutter mit dem Namen Nelli. Ihre Kinder waren gestorben und sie hatte Mitleid mit Ed. Sie gab ihm Muttermilch zu trinken und wartete bis er wieder zu Kräften kam.

Als er größer war lernte ihm Nelli wie man jagt und Lachse aus dem Fluss holt. Ed wurde zu einem stattlichen Bären, der sich sein Futter selbst besorgen konnte. Ed war aber trotzdem immer traurig. Er dachte immer wieder an Ned. Was war mit ihm geschehen? War er tot?

Eines Tages starb Nelli an Altersschwäche. „Jetzt bin ich ganz allein auf dieser Welt“ sagte er zu sich selbst.

Das Wiedersehen

Als Ed in seiner selbst gebauten Höhle schlief, hörte er ein rascheln vor dem Höhleneingang. Am Höhleneingang erschien ein Bärenkopf. Ed bleckte seine Vorderzähne. Da erkannte er seinen Bruder Ned. Sie liefen vor Freude auf einander zu. Dann krachten sie mit den Köpfen zusammen. Ned sagte: „Ich habe schon seit einer Woche nichts gefressen! Kannst du mir sagen, warum die Lachse immer an meinen Pfoten vorbeischwimmen?“ „Ja, mir scheint, du musst noch viel über die Jagd lernen! Wo warst Du die ganze Zeit?“ sagte Ed.

Da erzählte Ned ihm seine lange Geschichte. Ed staunte. Dann lachte er. „Du bist ein richtiger kleiner Faulpelz“. Doch Ned lernte schnell und konnte bald so gut jagen wie Ed.

Eines Tages kamen zwei Bärinnen mit dem Namen Luna und Lena in ihren Wald. Sie befreundeten sich und Ed heiratete Luna und Ned Lena. Beide bekamen Kinder und die Männer zeigten ihnen alle Kunststücke, die die Kinder für die Jagd brauchten. Sie lebten alle glücklich und zufrieden!

Die Urheberrechte liegen bei den Autoren.

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