Entdecker: Heinrich Harrer
Heinrich Harrer, Sohn eines Postbeamten, besuchte erst die Volksschule und das Gymnasium in Bruck an der Mur und danach das Gymnasium in Graz.
Mit 17 Jahren entdeckte er seine große Leidenschaft für den Sport.
1933/34 wurde Harrer Akademischer Abfahrtsweltmeister, Österreichischer Golfmeister und war u. a. als Hüttenwart auf der Tauplitz für die Schutzhütte Grazerhaus zuständig.
1933–1938 studierte er Geographie und Sport an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Am selben Tag, an dem Harrer sein letztes Staatsexamen an der Universität abgelegt hatte, fuhr er nach Grindelwald in die Schweiz, um die Nordwand des Eiger im Berner Oberland, an der zuvor schon viele erfahrene Alpinisten gescheitert waren, zu bezwingen.
Zusammen mit Anderl Heckmair, Fritz Kasparek und Ludwig Vörg gelang ihm die Erstdurchsteigung der Eiger-Nordwand. Im gleichen Jahr heiratete er Lotte Wegener, die Tochter des 1930 im Grönlandeis verstorbenen deutschen Polarforschers Alfred Wegener.
Heinrich Harrer war Mitglied der SS und der NSDAP. Er wurde Sportinstruktor der SS im Rang eines Oberscharführers.
1939 nahm er mit Peter Aufschnaiter, Lutz Chicken und Hans Lobenhoffer an einer Erkundungsexpedition zum Nanga Parbat teil. Schon im Herbst wurde er aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges im britischen Gefangenenlager in Dehra Dun in Indien interniert.
Beim 5. Ausbruchsversuch aus der britischen Internierung hatte Heinrich Harrer Erfolg und konnte gemeinsam mit dem Leiter der Nanga Parbat-Expedition, Peter Aufschnaiter, aus der Gefangenschaft fliehen. 21 Monate dauerte die Flucht der beiden Männer durch ein riesiges, fast menschenleeres Land, in deren Verlauf die beiden Männer mehr als 2.000 Kilometer zu Fuß zurücklegten.
Im Jänner 1946 erreichten sie die tibetische Hauptstadt Lhasa im damals noch unabhängigen Tibet. Heinrich Harrer war erst Übersetzer und Fotograf für die tibetische Regierung und später Lehrer, Berater und Freund des Dalai Lama.
1950/1951 brach der tibetisch-chinesische Konflikt aus und Harrer kehrte über Indien wieder nach Europa zurück. Über die Flucht aus dem Internierungslager nach Tibet und die danach in Lhasa verbrachten fünf Jahre schrieb er das Buch „Sieben Jahre in Tibet“.
Bis an sein Lebensende blieb Harrer ein Freund des Dalai Lama. Er starb am 7. Jänner 2006 im Alter von 93 Jahren.

